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Sanktionen: Ölembargo kostet Iran 30 Milliarden Euro

 

Die Sanktionen gegen das Atomprogramm werden für Iran empfindlich teuer. 2012 war die Ölproduktion so niedrig wie seit drei Jahrzehnten nicht mehr - die Sanktionen kosteten Teheran 30 Milliarden Euro. In diesem Jahr erwarten Experten einen weiteren Einbruch.

Spiegel Online

Öltanker vor der iranischen Küste: Immer weniger Erdöl wird gefördert
AFP

Öltanker vor der iranischen Küste: Immer weniger Erdöl wird gefördert

Teheran - Europa erhebt seit Mitte 2012 Handelsbeschränkungen für iranisches Öl, die USA schon etwas länger. Nun gibt es Zahlen, die die Auswirkungen der Sanktionen auf die Ölproduktion in dem Land belegen. So hat das westliche Ölembargo Iran im vergangenen Jahr Verluste in Höhe von rund 40 Milliarden Dollar (fast 30 Milliarden Euro) beschert.

 

 

Wie die Internationale Energieagentur (IEA) am Mittwoch mitteilte, ist die iranische Ölproduktion auf ihrem niedrigsten Stand "seit drei Jahrzehnten" angelangt. Im Schnitt habe Iran täglich 2,65 Millionen Barrel Öl produziert. Vor den Sanktionen, mit denen die internationale Gemeinschaft Teheran zur Aufgabe seines Atomprogramms bewegen will, betrug die Produktion demnach durchschnittlich 3,7 Millionen Barrel pro Tag.

Erst in der vergangenen Woche hatten die USA ihre Sanktionen gegen Iran noch einmal verschärft. Das Finanzministerium in Washington verkündete weitere Strafmaßnahmen, die Teherans Zugriff auf bei ausländischen Finanzinstituten lagernde Öleinnahmen verhindern sollen.

Um die Handelsbeschränkungen zu umgehen, hat Iran unter anderem einen Teil seiner Tankerflotte ausgeflaggt. Seit Ende Juni 2012 fahren 15 der 39 Öltanker nicht mehr unter iranischer Flagge, sondern unter der des winzigen Pazifik-Inselstaates Tuvalu. Die iranische Tankergesellschaft habe auch Namen von Schiffen geändert.

Prognosen für sinkende Produktion

 

Nach Einschätzung der IEA könnten die iranischen Ölexporte - und damit die Produktion - in den kommenden Monaten weiter sinken. Die Agentur begründet diese Prognose mit den neuen Sanktionen der USA.

Nachdem zunächst die USA und später die Europäische Union ein Embargo für iranisches Öl beschlossen, sind die wichtigsten Importeure heute China, Indien, Südkorea und Japan. Im vergangenen Monat hatte Teheran eingeräumt, dass seine Exporte wegen des Embargos seit März 2012 um rund 40 Prozent eingebrochen sind.

Insgesamt korrigierte die IEA ihre Prognosen für die Nachfrage nach Erdöl im laufenden Jahr leicht nach unten. Die Agentur rechnet nun mit einem Verbrauch von 90,7 Millionen Barrel pro Tag - rund 90.000 Barrel weniger als noch im Januar veranschlagt.

jok/AFP

 

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