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"Seine Geschichte" o

„Er" hatte sich noch nie im Spiegel gesehen oder angeschaut.
Wie er aussieht, daran konnte „Er" sich nicht erinnern.

Ihm war klar, wie sein Gesicht sichtbar sein könnte. In Wasseroberflächen oder auf einem Glas und in Schaufenstern der Geschäfte, deshalb schaute „Er" nie in diese Dinge hinein.
Soweit „Er" sich erinnern konnte, hatte er sich einmal ganz zufällig im Spiegel angeschaut und sah nur ein Ungeheuer!
„Er" war erstaunt, dass die Menschen nicht vor ihm wegliefen und keine Angst vor ihm hatten. Deshalb war „Er" nicht sicher, ob das, was „Er" damals im Spiegel gesehen hatte richtig war und ob das Bild im Spiegel sein Gesicht darstellte.

 


„Er" fragte sich: "Warum soll ich mich im Spiegel anschauen? Was soll ich damit anfangen? Was nützt es mir, wie „Er" aussieht?"
Er wusste aber genau, dass „Er" immer neugierig war heraus zu finden, was Andere über ihn dachten, wenn sie ihn sahen. Deshalb schaute „Er" den Passanten, die ihm entgegen kamen, immer in die Augen, um ihre Reaktion zu betrachten als sie „Ihn" sahen.
Fast alle Menschen gingen an ihm vorbei ohne einen Blick auf ihn zu werfen, aber es gab auch Leute die sich kurz nach ihm umschauten, aber dann doch ohne Reaktion weiter gingen.
So richtig hatte „ ihn" niemand wirklich angesehen.
„Er" berührte mit einer Hand seine Haare und sagte;" Nicht schlecht, nein, heute lasse ich niemanden an mir vorbei gehen, ohne dass er mich richtig angeschaut hat." Direkt werde ich zu Ihnen gehen, damit sie keine Möglichkeit haben mich nicht anzuschauen. Dann werde ich in ihren Augen mein Gesicht sehen und merken welche Reaktion sie zeigen und wie ich auf sie wirke.
Durch seine gute Idee wurde „Er" sehr munter und freute sich. Laut sang er ein Lied:
„ Oh, mein Gesicht, du sollst nicht an mir vorbei gehen,
es ist nur die Frage, wie die Anderen mich dabei sehen.
Du wirst mir sagen, was das Leben wert ist.
Du wirst mir verraten, was in der Welt so alles steckt.
Ich sehe mich in den Augen anderer Leute, das ist mein Ziel von heute."

Schnell machte „Er" sein Bett und berührte sein Gesicht und sein Kinn.. Danach ging er ins Bad und stellte sich vor sein Waschbecken. Es war kein Spiegel darüber. „Er" rasierte seinen Bart mit einem stumpfen Rasiermesser, das beherrschte er auswendig.
Als „Er" fertig rasiert war, berührte „Er" wieder sein Kinn und merkte, dass ein Teil noch nicht richtig rasiert war. Erst wollte „Er", wie immer, sagen." Lass das," aber dann dachte „Er", vielleicht ändern die Passanten ihre Meinung über „Ihn" und schnell rasierte „Er" sofort den Rest des Bartes ab.
„Er" zog seine beste Kleidung an und sprühte sein bestes Rasierwasser auf und ging in die Küche. Noch wusste „Er" nicht ob er Tee oder Kaffe nehmen sollte, aber der Geruch von Kaffe machte ihm klar dass „Er" schon vorher gewählt hatte.
Schnell frühstückte „Er" und stand auf. Die Uhr zeigte 11.00h. „Er" ging ins Arbeitszimmer und packte seine Unterlagen und die Papiere auf dem Tisch zusammen und schaltete noch den Computer aus. „Er" blickte auf die letzte Seite seines neuen Romans, bis Seite 144 hatte „Er" schon geschrieben und las die letzte Seite kurz durch.
„Er" versuchte sein Gesicht in den Augen anderer Menschen zu sehen und versuchte sich in ihren Augen zu finden. Jeden Tag zog er sich anders an und änderte seine Gesichtsform.
„Er" wusste, dass „Er" in allen Zeiten nicht er selbst war und kannte sein wahres Gesicht nicht. Es war Gewohnheit geworden, dass „Er" nicht er selbst war und es gehörte zu seinem Charakter. Nicht er selbst zu sein war seine Persönlichkeit geworden und für ihn selbst nicht er zu sein, war ganz normal. Es machte ihm nichts mehr aus.
Leute, die ihn zum ersten Mal sahen, denen machte es nichts aus, aber für seine Freunde und seine Familie war es wohl unerträglich ihn zu sehen und deshalb hatten sie ihn alle verlassen.
Seine Mutter hatte ihn auch verlassen und ihn nie wieder gesehen.
Inzwischen hatte „Er" aber viele Freunde, die alle wie „Er" selbst waren.."
Der Rest des Romans wurde noch nicht geschrieben.
Es fiel ihm ein, dass „Er" seit einigen Monaten nicht weiter geschrieben hatte. Sein Roman war zum Stillstand gekommen und „Er" hatte den Gedanken, dass „Er" vielleicht nicht weiter schreiben konnte, weil „Er" sein Gesicht nicht kannte. Einen Spiegel zu kaufen, um einfach dort hinein zu sehen ist ihm aber nicht eingefallen.
„Er" entschied sich, sein Gesicht in den Augen aller anderen Menschen zu sehen und genau, wie der Held in seinem Roman, sich in den Augen anderer Leute zu finden. „Er" schüttelte den Kopf und setzte sich auf einen Stuhl und überlegte. Warum „Er" so geworden war? fragte „Er" sich selbst und warum es schlecht ist, wenn er sein Gesicht, wie alle anderen Leute, im Spiegel sehen würde? Warum konnte „Er" sich nicht im Spiegel anschauen?, fragte „Er" sich weiter, aber eine Antwort konnte „Er" nicht finden.
„Er" stand auf und mit der Hand berührte „Er" seine Haare und sagte sich selbst:" Es ist nicht schlecht."
Als er an die Tür ging, fiel ihm auf, dass die Kaffeemaschine noch an war, deshalb ging er zurück und schaltete sie aus, dann ging er zur Türe zurück, öffnete sie und stutze. „ Oh! Mein Gott!" Jemand stand an der Türe, ein junger Mann. Er schaute nur mit einem Lächeln. Sein Gesicht kam ihm bekannt vor, aber „Er" konnte sich nicht richtig erinnern, wo „Er" ihn vorher gesehen hatte.
Der junge Mann sprach nicht.
„Er" fragte mit betretener Stimme:" Entschuldigen Sie bitte! Was machen Sie hier? Was suchen Sie? Kann ich etwas für Sie tun?"
„Ich suchte Sie und fand Sie, entschuldigen Sie bitte, ich habe Sie wohl erschreckt, "meinte der junge Mann.
-„Bitte mit wem habe ich es zu tun, ich kann mich leider nicht an Sie erinnern?"
-„Ich sagte Ihnen, ich suche Sie!"
-„Mich?"
-„Ja sicher, Sie."
-„Wer sind Sie denn? Kenne ich Sie? Ihr Gesicht kommt mir bekannt vor, aber ich kann mich leider nicht erinnern, wo ich Sie getroffen habe. Können Sie mir bitte sagen, was ich für Sie tun kann?"
- „Kennen Sie mich nicht? Wahrscheinlich haben Sie Recht, dass Sie mich nicht erkennen, aber bestimmt haben Sie mich schon manchmal erlebt, aber die Begegnung war so kurz, dass Sie keine Erinnerung mehr an mich haben."
-„Das ist sehr philosophisch. Es bedeutet, ich habe Sie nicht gesehen, aber dennoch gespürt?
Verehrter Herr, machen Sie keine Scherze und erzählen Sie mir keine Witze. Stellen Sie sich vor, ihr Gesicht kommt mir bekannt vor, aber wie ich schon sagte kann ich mich nicht erinnern."
Der junge Mann antwortete ihm nicht aber fragte:" Ich sehe, dass Sie nach draußen gehen möchten?"
-„Ja, richtig."
-„Kann ich Sie begleiten?"
-„Mitkommen? Mit mir? Wer sind Sie überhaupt?"
-„Sie werden mich kennen lernen."
„Er" wollte nicht nein sagen und fragte sich, wer dieser Mann wohl ist.
Der junge Mann sah, dass „Er" mit sich rang und keine richtige Antwort fand, deshalb sagte er zu ihm, bevor „Er" etwas sagen konnte:" Ich sehe, dass Sie unentschlossen sind!"
- „Aber ja, wer sind Sie? Warum wollen Sie mit mir kommen?"
- -„Wenn Sie mir erlauben mit Ihnen zu kommen, werde ich Ihnen alles erzählen."
- -„Gut, aber ich habe draußen noch etwas zu tun."
- -„ Verzeihen Sie meine Offenheit, aber was denn tun?"

„Er" wusste nicht, was er antworten sollte und fragte sich:" Was kann ich ihm sagen? Das ich wegen meiner Hauptfigur im Roman raus gehen muss, dass ich deswegen wie mein Held sein muss und mein Gesicht in den Augen der Anderen kennen lernen muss...wenn ich ihm die Wahrheit sage, denkt er bestimmt ich sei verrückt, also muss ich ihm eine vernünftige Antwort geben, das ist bestimmt besser. Nur, wer ist dieser Mann, der mir solche Fragen stellt?
„Er" merkte selbst, dass „Er" es nicht schlecht fand, dass dieser Mann mit ihm kam.
Auf seine Gedanken findet „Er" keine Antwort, es war wohl das innere Gefühl. Irgendwie musste „Er" aber nun eine Antwort geben. Er hat Recht, wir werden uns unterwegs besser kennen lernen.
„Ich gehe zur Bank", sagte „Er" zu ihm.
Der junge Mann lachte und sagte:" Zur Bank! Sie haben keinen guten Vorwand gefunden, aber ich kann doch auf jeden Fall mit kommen, nicht wahr? Nur als Ihr Gesprächspartner."
Es fiel ihm auf, dass „Er" schon lange keinen Gesprächspartner mehr hatte und eigentlich wollte „Er" ja sagen, aber stattdessen schüttelte er nur als Zeichen des Einverständnisses den Kopf.
-„Sehr gut, Danke dann gehen wir zusammen."
„Er" sagte sich: „Machen wir einen kleinen Spaziergang und ich werde ihn dann los, schließlich wartet mein Held, meine Hauptfigur darauf, dass ich sein Gesicht beschreibe und ich muss raus. Ich kann doch sonst meine Geschichte nicht fortsetzen, aber diesen Grund kann ich ihm nicht nennen. Wenigstens kann ich die Reaktion des Mannes als eine positive Reaktion in meine Tabelle eintragen. Aber wirklich? wer ist dieser junge Mann? Warum kommt er mir so bekannt vor? Wie heißt er? Aber es spielt keine Rolle, wie er heißt, Hauptsache ich habe heute einen Gesprächspartner, denn den hatte ich lange nicht mehr..."
-„Ok, gehen wir, wir werden den ganzen Tag draußen sein.- Einverstanden?"
- „Ja klar, einverstanden."
-„Sie sind heute mein Gast."
-„Ich danke Ihnen."
Die Wohnung lag auf der vierten Etage.
Er ging immer die Treppen herunter, das war für ihn wie ein Sport. So schlug er auch dem jungen Mann vor die Treppen zu benutzen.
-„Ok, das ist gut", meinte Dieser
Sie gingen zusammen die Treppen herunter.
„Er" meinte:" Ah, wieder dieses schmutzige Kind, es schreit immer, dass man taub davon wird, seine Nase läuft immer und mir wird übel wenn ich dieses Kind sehe."
Der junge Mann fragte:2Wer ist das Kind? Zu wem gehört es?
- „ Das Ist das Kind einer jungen Frau, sie ist Putzfrau hier. Vier Tage in der Woche kommt sie das Haus sauber machen. Einmal hat dieses schmutzige Kind so geschrieen, dass ich mich bei der jungen Frau über diesen kleinen Teufel beschwerte und sie bat das Kind bei sich zu behalten, weil es sonst meine Nerven ruiniert."

Der junge Mann fragte:" Was sagte sie denn dazu?"
„Nichts, sie ist so jung, sie hat Abitur, aber ihr Mann ist arbeitslos und das einzige Einkommen dieser Familie ist ihr Gehalt. Sie hat Angst das Kind bei dem Mann zu lassen, weil er drogensüchtig ist. Entweder ist er ganz down oder er sucht nach Drogen und dann hat sie Angst, dass er dem Kind etwas antut. Deshalb bringt sie das Kind mit und weil sie es bei der Arbeit nicht bei sich behalten kann, bleibt es in der Treppe, damit es niemand hört..."
„Warum helfen Sie ihr nicht?" fragte der junge Mann.
„ Wie helfen? Warum soll ich helfen? Sie haben dieses Kind in die Welt gesetzt, nicht ich, wenn sie nicht können, warum soll ich helfen?"
Der junge Mann schaute auf ihn und ging zu dem Kind, nahm es auf den Arm und säuberte sein Gesicht mit seinem Taschentuch. Er machte es ganz zart und nett, küsste das Kind und begann mit ihm zu spielen.
Das Kind lächelte ihn an und wurde ruhig.
„Er" erinnerte sich, dass dieses Kind ihn niemals angelacht hatte.
Der junge Mann fragte ihn." Haben Sie etwas Essbares für Kinder in Ihrer Wohnung?"
„Er" meinte erstaunt:" Was heißt essbar?"
-„Alles was Kinder so mögen, oder Spielzeug?"
-„Spielzeug?"
-„Ja, Spielzeug."
Nun überlegt „Er", doch, in seiner Wohnung war ein Zimmer voller Spielzeuge und bis zu dieser Frage hatte er vergessen, dass es dieses Zimmer in seiner Wohnung gibt.
„Er" antwortet:" Doch ich habe Spielzeuge."
Der junge Mann ging nach oben und kam mit einigen Spielzeugen und einer Tüte voll Schokolade herunter. Er öffnete die Tüte und holte ein Stück Schokolade heraus und steckte es dem Kind in den Mund. Das Kind lächelte und aß mit großem Appetit die Schokolade.
Mit seinen kleinen Händen nahm es die Hand des jungen Mannes und hielt sie ganz fest.
Der junge Mann freute sich und lachte.
„Wir müssen gehen", sagte „Er" zu ihm.
„Gut", sagte der junge Mann und steckte dem Kind etwas zu und sagte zu ihm:" Gehen wir und pass gut auf dich auf, mein Sohn"...
-Was haben sie dem Kind denn zugesteckt? fragte „Er"
-„Eine Adresse war es."
-„Welche Adresse?"
-„Wo sie Hilfe bekommen können."
-„ Ich glaube, sie haben nichts zu tun..."
-„Warum?"
-„Ich sehe dieses Kind seit 6 Monaten."
-„ Sie haben aber nicht geholfen!"
-„Na ja, warum soll ich helfen? Wenn ich Hilfe brauche ist auch Niemand da, der mir hilft. Alle sollen an sich selbst denken!"
Der junge Mann sagte nichts mehr. Zusammen verließen sie das Haus.
Ein alter Mann rief nach Hilfe. Sein Holzwagen hing in einem Loch und beinahe wäre er gebrochen.
„Er" sagte:" Wieder dieser Mann hier. Ich wünsche mir, dass sein Wagen endlich zusammen bricht und wir seine Störungen nicht mehr ertragen müssen. So wären wir ihn los. Er kommt, um seine Mühlen zu verkaufen. Warum stirbt er nicht, dieser verdammte Mann?"
Niemand half ihm.
Er rief nach Hilfe, aber alle, die kein Gesicht hatten, gingen an ihm vorbei.
Der junge Mann ging sofort dort hin und versuchte mit ganzer Kraft den Wagen heraus zu bringen. Als der Wagen endlich heraus war, hatte er seine Hand ganz blutig.
Der alte Mann dankte ihm sehr und verband mit seinem Taschentuch die Hand des jungen Mannes.
Der junge Mann fragte ihn:" Lieber Opa, warum hausierst Du in deinem Alter? Der Wagen ist zu schwer für dich. Warum verkaufst du solche Sachen?"
„Was kann ich tun, mein Sohn? mein Junge ist krank. Er hat Krebs und das kostet mich viel Geld. Morgens arbeite ich in einer Schule, dort bin ich Pförtner und nachmittags hausiere ich.
Die Medikamente kosten viel Geld und ich habe niemand außer meinem einzigen Sohn, " erzählte der alte Mann.
-„Kannst du im Garten arbeiten?"
-„Ja, sicher. Als meine Familie und ich noch in einem Dorf lebten, hatte ich meinen Garten noch, bevor die Großstädte die Dörfer einfach schluckten. Alle hatten das Dorf verlassen, um in die Großstadt zu gehen. Ich bin dann auch gegangen und lebe nun seit 30 Jahren in dieser Stadt. Am Anfang suchte ich mein Glück überall. Meine Familie wurde dabei zerstört. Meine Tochter wurde zur Prostitution gezwungen und einige Jahre später fand man ihre Leiche auf der Strasse. Meine Frau wurde dadurch schwer geistig krank und starb in einem Krankenhaus ganz allein. Ich weiß nicht, wo sie begraben ist, weil ich kein Geld hatte, um das Krankenhaus zu bezahlen, bin ich einfach gegangen. Ich blieb allein mit meinem Sohn. Er ist seit 5 Jahren krank, es ist Magenkrebs. Er kann nicht mehr arbeiten. Ich muss alles besorgen."
Der junge Mann:" Nimm diese Adresse bitte, dort wird man dir helfen. Das sind meine Freunde."
Der alte Mann bedankte sich sehr und meinte:" Gott schütze dich, mein Sohn." Dann geht er mit seinem Wagen weiter und ruft laut:" Billige Sachen! Kaufen und Verkaufen..."
„Warum haben sie ihm nicht geholfen?" fragte der junge Mann ihn
„Er" antwortete:" Alle sind vorbei gegangen und nur sie haben, von diesen vielen Leuten, geholfen. Was haben sie davon? Zwei blutige Hände und vielleicht werden sie durch die Folgen dieser Wunden sterben. Meine Hände, sehen sie! Sie sind gesund. Sein Sohn ist krank, ich bin nicht schuld. Warum soll ich mein Geld solchen Leuten geben? Alle sollten an sich selbst denken....."
Der junge Mann sagte nichts mehr...
Sie standen vor der Bank.
„Er" ging in die Bank direkt zu einer Angestellten.
„Ich möchte meinen Sparvertrag noch für 5 Jahre verlängern", sagte „Er" und gab seine Bankkarte.
„Gut, sehr gut, Sie bekommen ein Prozent mehr Zinsen", freute sich die Angestellte.
„Ja ich weiß schon Bescheid, es gibt ein Prozent mehr."
-„Sie können aber dieses Spargeld nicht abheben!"
-„Ja gut, kein Problem. Ich brauche kein Geld."
Der junge Mann hatte einen Beutel bei sich.
„Was haben sie denn da bei sich?" fragte „Er"
-„Ich hatte auch hier Geld auf dem Konto, aber ich habe alles abgehoben."
Nun fragte der junge Mann ihn:" Seit wann haben sie denn hier ihren Sparvertrag? Bekommen sie viel Zinsen?"
-„ Ja, seit zehn Jahren und die Zinsen sind auch nicht schlecht."
-„Ich dachte, sie sind ein erfolgreicher Schriftsteller und haben ein gutes Einkommen!"
-„ Ja, das ist so, dies ist das Erbe meines Vaters. Ich brauche kein Geld, aber ich mag es mehr und mehr aus dem Geld zu machen. Das gefällt mir."
-„Was machen sie damit?"
-„Was mache ich?... Wer sind sie überhaupt? Warum stellen sie mir solche Fragen? Das geht niemanden etwas an."
Der junge Mann gab keine Antwort und sie gingen nebeneinander her ohne miteinander zu reden.
Auf einmal sagte der junge Mann:" Sehen sie mal!"
-„Was soll ich sehen?"
-„Diese Frau dort, sehen sie, wie sie ihre Tochter anblickt? Man kann die Ehrlichkeit der Liebe in ihren Augen noch sehen, reine Liebe. Ist das nicht schön?"
-„ Was? Das ist doch nur eine Frau, die ihre Tochter küsst, was soll daran ehrlich und schön sein? Sind sie verrückt? Mit wem bin ich heute spazieren gegangen? Ein Verrückter.. was ist Liebe? Das ist doch alles Quatsch. Es gibt keine Liebe, es gibt nur Gefühle und die haben mit Liebe nichts zu tun. Ich gebe ihnen einen Rat!"
-„Bitte, schön."
-„Vergessen sie solche Begriffe, wie Liebe oder Gefühle, oder andere solche kitschigen Sachen! Wir haben es mit der Realität zu tun. Ja, Realität, damit haben wir zu tun und Gefühle werden auch nach der Realität gebildet!"
-„Der Junge lachte traurig und sagte: "Realität ist Etwas, dass wir ändern können oder selbst bilden können. Der Mensch ist fähig genug, dass sie ihm zugeordnet ist!"
Sie gingen wieder weiter.
Nach einiger Zeit sagte „Er" zum Jungen:" Du bist sehr merkwürdig. Ich wollte in vielen Momenten so sein wie du, aber es geht nicht."
„Er" fragte sich: Warum sage ich Du zu ihm? Das macht nichts, wir kennen uns ja jetzt viel besser..
Der junge Mann antwortete:" Geht nicht? Sie haben mich doch in bestimmten Momenten erlebt und hatten Kontakt zu mir, aber es war zu kurz, um sich an mich zu erinnern."
-„Was du nicht sagst! Das ist Philosophie.. Komm du mal auf die Erde zurück, du bist immer im Himmel. Aber was mich betrifft ist es so; Immer wenn ich an Andere denken will, sage ich mir:" Wenn du dich in Not befindest kommt jemand, um mir zu helfen", aber, nein, es kommt niemand. Ich war oft in solchen Situationen und es war keiner da, als ich Hilfe brauchte. Denke nur an dich selbst, dass ist heute meine Parole. Ja, mein Lieber, denke nur an dich selbst, das ist besser und zwar viel besser und sicherer..."

Sie standen vor einem Kino.
„Er" sagte zu dem jungen Mann: "Gehen wir ins Kino? Diesen Film wollte ich sehen:"
-„Ja gut, ich habe nichts dagegen."
„Er" kaufte zwei Eintrittskarten, aber als sie hinein gingen gab die Kinoangestellte ihm eine Karte wieder zurück.
„Er" wollte sich beschweren, aber da sagte der junge Mann:" Lassen sie das nur, Hauptsache ist doch wir haben zwei Plätze, eine für sie und einen für mich."
„Ja, gut:" sagte „Er", aber die sollen hier ihre Arbeit doch richtig machen." Sie gingen in den Kinosaal und setzten sich auf ihre Plätze.
Eine Frau suchte ihren Platz und fragte ihn:" Ist der Sitz neben Ihnen frei?"
„Er" wurde zornig und beschimpfte die Frau:" Sind sie blind? Sehen sie nicht, dass dort jemand sitzt? Wie können sie einen so großen Mann übersehen?"
Die Frau wurde nun auch recht sauer und schimpfte ihn aus, setzte sich dann aber neben dem jungen Mann. Sie war aber so böse, dass sie nicht einmal mehr zur Seite blickte.

Der Film handelte von einem Mann, der gut aussehen wollte und deshalb jeden Tag sein Gesicht änderte. Er wollte in den Augen anderer Menschen sehen, welches Aussehen gut war...
..........

Der junge Mann weckte ihn auf und sagte:" Sie waren wohl sehr müde, sie schliefen die ganze Zeit."
-„Ja, du hast Recht, ich war sehr müde."

Sie gingen aus dem Kino hinaus.
Eine alte Frau wollte die Straße überqueren. Sie beobachteten, wie aus ihrer Tasche das Portmonee fiel
„Er" ging schnell und hob das Portmonee auf. Die Geldscheine nahm er schnell und versteckte sie in seinem Hemd.
Der junge Mann wurde zornig:" Was machen sie denn da? Das gehört der alten Frau. Geben sie es ihr zurück!"
-„Was? Was hast du damit zu tun? Es gehört jetzt mir und du kannst mir keine Befehle erteilen. Das ist einfaches Geld. Ich bin doch nicht verrückt, nein es gehört mir!"
Der junge Mann hatte die alte Frau angesprochen:" Ihre Tasche ist gefallen."
Die Frau suchte mit Besorgnis in ihrer Tasche das Portmonee.
„ Mein Gott, mein Portmonee ist weg!" redete sie aufgeregt.
„Keine Sorge liebe Frau, dieser Herr hat es. Er wollte es Ihnen zurückgeben. " antwortete der junge Mann.
„Gott schütze dich, mein Sohn."
-„Nicht mich , diesen lieben Mann dort."
-„Sie sind ein Engel."
-„ ich nicht, dieser verehrte Mann ist der so genannte Engel!"
„Er" war zornig auf den jungen Mann, aber er konnte nichts tun.
„Das Geld für die Miete ist da drin" sagte die alte Frau, „ ich bringe es jetzt dem Hausbesitzer, dieses Geld habe ich geliehen und wenn ich heute die Miete nicht zahle wirft er mich aus dem Haus raus. Ich habe Niemanden. Mein Sohn ist bei einem Unfall getötet worden und mein Mann starb vor drei Jahren. Ich bin ganz alleine."
Der junge Mann fragte sie:" Woher bekommen sie denn Geld zum Leben?"
„Ich arbeite, mein Sohn. Als Schneiderin kann ich noch ein bisschen Geld verdienen, aber wenn ich keine Arbeit von den Nachbarn bekomme, weiß ich nicht wovon ich leben soll.
Der Hausbesitzer wollte mich hinaus werfen, weil ich einige Monate keine Miete zahlen konnte. Dieses Geld habe ich mir geliehen. Gott sei Dank, dass sie hier waren. Es gibt niemanden mehr, der Geld findet und es dann zurückgibt!"
„Nimm diese Adresse" Meine Schwester wird dir helfen" sagte der junge Mann.
„Gott schütze Euch" freute sich die alte Frau.
Als „Er" ihr das Portmonee zurückgab, war „Er" nicht mehr zornig, aber seine Gefühle wollte er auch nicht zeigen.
„Warum wollten sie das Geld dieser armen alten Frau für sich behalten? Sie sind Schriftsteller.
Normalerweise sollte man als Schriftsteller einen guten Geist und ein Gewissen haben und nicht so sehr an sich denken. Ich glaube, dass die Intellektuellen die Aufgabe haben den Fortschritt in die Gesellschaft zu bringen, wo sie leben, die Hindernisse zu erkennen und mit ihrer Kunst den Weg für den Fortschritt vor zubereiten. Dafür brauchen sie ein gutes Herz, aber ihr Durst nach Geld ist so groß, dass man sie nicht als Schriftsteller bezeichnen kann.. Als Künstler, dessen Kunst das Schreiben ist, muss man die menschliche Seite auch den Menschen zeigen. Man sollte ein Gewissen haben und den Menschen einen Weg zeigen aus ihrer Hölle von Problemen heraus zu kommen. Man muss helfen, dass sich die Menschen ändern und ihre Gesellschaft auch und sie nach vorne bringen. Der Künstler ist verantwortlich für seine Kunst und sie soll den Menschen helfen, tut sie das nicht, ist es keine Kunst..."
-„ Was du nicht sagst? Ändern? Ich möchte nichts ändern. Das ist nicht meine Aufgabe andere zu ändern. Wer hilft mir? Ich schreibe, was die Menschen lesen wollen. Je mehr du spannend schreibst, desto besser wird es gelesen und das Buch wird sich besser verkaufen lassen. Meine Art ist eben Realismus und nicht etwa dieser romantische Idealismus, wie du es sagst. Denk an Dich und nur an dich..."
Als „Er" dem jungen Mann diese Sätze sagte, spürte er innerlich, dass es bei ihm Widersprüche gab, aber er hatte nicht den Mut das zu sagen.

In diesem Moment hörten sie laute Stimmen.
Jemand beschimpfte eine Frau und es standen viele Leute dort, die einfach nur zuschauten.
Der junge Mann fragte eine Zuschauer:" Was ist denn hier los?"
-„Diese arme Frau wurde von dem Mann, der wie ein Ungeheuer aussieht, festgenommen. Er wollte sie mit Gewalt mitnehmen, aber die Frau weigerte sich mit ihm zu gehen. Es sieht so aus, dass der Mann der Frau schon vorher etwas angetan hat, weil die Frau so große Angst vor ihm hat, dass sie lieber sterben würde, als mit ihm zu gehen."
Der junge Mann fragte weiter: "Warum hilft ihr denn niemand?"
Der Zuschauer antwortete:" Wir haben Angst, deshalb schauen wir einfach zu. Alles andere wäre zu gefährlich!"
Der Mann hatte kein Gesicht und alle Anderen auch nicht.
Die Frau hielt die Hand eines Kindes in ihrer und bat den Mann weinend um Entschuldigung. Der Mann jedoch wollte sie mitnehmen und trotz das die Frau furchtbar weinte und um Hilfe flehte, kam keiner der Leute ihr zu Hilfe.
Die Frau meinte weinend:" Ich komme nicht mit dir, das letzte Mal war ich einen Monat krank und du wirst nur meine Leiche mit nehmen!"
Zu den Leuten sagte sie:" Sie wissen ja nicht, was er mit mir vor hat! Er will mich in eines dieser geheimen Häuser bringen und, wie beim letzten Mal, mit seinen Freunden vergewaltigen, Bitte, bitte helft mir!"
Das Monster schlug die Frau auf den Kopf und beschimpfte sie:" Du bist nur eine Hure, nicht mehr! Ich zeige dir diesmal mit wem du es zu tun hast, du schmutzige Hure!"
Er versuchte die Frau mit Gewalt ins Auto zu zerren. Sein Freund richtete eine Maschinenpistole auf die Menge.
Plötzlich sprang der junge Mann auf den anderen Mann zu und schlug ihn ziemlich heftig. Das Ungeheuer taumelte und der junge Mann schlug noch einmal zu, so dass das Ungeheuer umfiel. Der junge Mann war so schnell, dass man seine Bewegungen kaum sehen konnte.
Blitzschnell schlug er auch den Mann mit dem Gewehr nieder, bevor der auf ihn schießen konnte. Als beide Monster auf dem Boden lagen, nahm er die Hand der Frau und das Kind unter dem Arm und lief sehr schnell fort.
Jemand aus der Menge rief:" Dort kommen noch mehr!"
Der junge Mann hielt ein Taxi an und gab dem Fahrer eine Adresse.
Von jenem Platz kamen nun viele Schreie, Feuer und Rauch stieg hinauf, es roch nach verbrannten Reifen und Autos und die Gesichter der Leute waren sichtbar geworden.

Das Taxi hielt vor einem Restaurant und sie stiegen aus. Sie gingen in dieses Restaurant und der junge Mann sagte:" Haben sie keine Angst, hier sind sie sicher."
Die Frau bedankte sich und sagte:" Sie haben mein Leben gerettet. Ich bin bereit alles zu tun, was sie von mir verlangen, so gut ich kann. Ich habe aber, außer meinem Körper, nichts anzubieten."
-„Nein, warum? Ich bin ein Mensch und es war meine Pflicht Ihnen zu helfen. Sie sind sehr schön, aber nein ich verlange nichts. Was ist Ihnen passiert? wollte der junge Mann nun wissen.
-„Vor einem Monat hat er mich festgenommen. Statt mich zur Polizeiwache zu fahren, hat er mich in ein Haus außerhalb der Stadt gebracht. Eine Woche lang wurde ich dort brutal von ihm und seinen Freunden vergewaltigt. Als ich wegen einer schweren Blutung schon fast im Sterben lag, hat er mich auf die Straße geworfen. Ich konnte mich bis jetzt kaum bewegen und heute wollte ich wieder arbeiten. Ich brauchte doch Geld, sonst sterben meine Kinder. Wir haben niemanden. Obwohl ich noch nicht ganz gesund bin musste ich wieder der Prostitution nachgehen. Er erwischte mich und wollte mich dann wieder mitnehmen."
-„Finden sie keine andere Arbeit?"
-„Arbeit? Es gibt Keine, außer Dieser!"
-„Aber so können sie nicht weiter machen," sagte der junge Mann traurig," sonst werden ihre Kinder bald keine Mutter mehr haben. Wenn sie genug Geld hätten, was würden sie dann tun? Diese Arbeit weiter machen?"
-„Ich mache das nicht zu meinem Vergnügen, sondern um mit den Kindern zu überleben!"
Der junge Mann schaute der Frau tief in die Augen und dann holte er aus seinem Beutel viele große Geldscheine heraus. Er gab sie der Frau. Die Frau schaute ihn mit offenem Mund an und fragte ihn, warum er das tat...
Der junge Mann meinte:" Dieses Geld ermöglicht ihnen ein neues Leben. Mir nimmt es eine Last im Leben und ich kann als Mensch leben. Das ist für mich etwas sehr Gutes.."
Die Frau verstand ihn nicht, weinte und bedankte sich. Sie fragte ihn:" Was kann ich für sie tun? Das ist soviel Geld und ich kann damit ein neues Leben anfangen."
-„Sie brauchen mir nicht zu danken. Das Schicksal und ihre Kinder sind mein Dank!"
Er stand auf und verließ schnell das Restaurant, weil er merkte, dass er bei dieser Frau nicht ohne Gefühle bleiben konnte.
Als er wieder draußen war, fragte er ihn:" Warum haben sie dieser Frau nicht geholfen?"
-„Wieso immer ich? Keiner hat ihr geholfen. Das ist gefährlich, hast du das nicht gesehen? Sie waren bewaffnet und es hätte sein können, dass dein Weg jetzt zum Friedhof wäre!"
-„ Aber sie und alle Anderen haben mit ihrem Schweigen nur die Gräueltaten dieser Verbrecher bestätigt. Solange es Leute, wie sie gibt, werden diese Taten immer stärker und die Unterdrückung immer heftiger. Haben sie nicht gesehen, was die Leute mit den anderen Monstern gemacht haben? So bekamen sie ihre Identität und ihr Gesicht wurde scheinbar."
„Er" hatte keine Antwort mehr und bewunderte den jungen Mann sehr, aber das sagte er ihm nicht.
Unterwegs rief den jungen Mann jemand an. Nach einiger Zeit kam ein Mann und der junge Mann gab ihm alles, was er noch in seinem Beutel hatte.
„Jetzt habe ich mich befreit."

„Er" kannte diesen Mann und hatte ihm vor vielen Jahren auch einmal Geld gegeben. Als er aber die Sache für gefährlich hielt, stellte „Er" seine Hilfe ein.
Es war schon dunkel geworden und sie gingen nach Hause.
Als „Er" die Türe seiner Wohnung öffnen wollte, fand er einen Brief. Er war von seiner Putzfrau, die sich sehr bedankte.
Als „Er" den Brief dem jungen Mann zeigen wollte, fand er ihn nicht.
Wo ist er? Er war bei mir! Er verschwand einfach so wie er gekommen war.
„Er" rief nach ihm, bekam aber keine Antwort.
„Er" lief nach unten und suchte ihn dort, aber „Er" hatte keinen Erfolg.
Er war auf einmal verschwunden.
„Er" ging wieder hinauf und öffnete die Türe.
„Mein Gott!", schrie „Er". Überall waren viele Spiegel an den Wänden. In allen Spiegeln sah „Er" den jungen Mann. Der Raum war voller Lichter. Er ging in sein Arbeitszimmer. Sein Buch lag auf dem Tisch, bis Seite 199 war schon geschrieben und am Schluss stand ein Wort.
„Ende" Er las die letzten Sätze...
Er sah sich ähnlich und er fand sich wieder. Als er sich im Spiegel anschaute, gab ihm das was er sah gute Gefühle. Es gefiel ihm gut und er fand sich...

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