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Von Mohammad Moshiri

14.08. 2014

Die Welt schaut wieder einmal mit Abscheu und Schrecken auf den Irak.

Terroristen haben die politische Lage im Irak ausgenutzt und sich als Herren eines neuen Staates ausgerufen. Sie haben viele Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht und gehen weiter mit Terror gegen alles vor. Die irakische Armee hat sie nicht stoppen können. Die Armee hatte keine starke Motivation mehr, für Nuri al-Maleki zu kämpfen.

Diese Armee war einmal unter Saddam Hussein, dem früheren Machthaber, eine der stärksten Armeen in der Region. Sie hatte 6000 Panzer und eine starke Luftwaffe.

 

Nach dem Irakkrieg 2003 wurde das Regime von Hussein gestürzt und das Land fiel durch sehr viele falsche Entscheidungen der USA den iranischen Mullahs in die Hände. Zehn Jahre lang wurden die Sunniten, die fast 35% der Bevölkerung darstellen, unterdrückt und systematisch aus allen Posten gedrängt. Immer mehr Stammesführer der Sunniten wurden ermordet. Als Maleki durch starke Unterstützung aus Teheran und die wieder schwache Politik der USA Premierminister wurde, nahm die Welle der Unterdrückung der Sunniten und Schiiten im Land, die gegen die Anwesenheit der Mullahs protestierten, ständig zu. Maleki gründete eine private Armee‚ in Abkürzung SWAT genannt, um die Opposition kaltzustellen. Die iranischen Oppositionellen im Irak, die iranischen Volksmudschahedin, hatten das gleiche Schicksal wie die Sunniten. Mehrere Mal wurden sie massakriert und zwangsweise in ein gefängnisartiges Lager mit dem Namen „Camp Liberty“ gebracht. Die Einmischung des Iran im Irak nahm stark zu, als Maleki Premierminister wurde. Soleimani, Oberbefehlshaber des Quds-Korps (einer Spezialeinheit der Iranischen Passdaran, die für den Export der Revolution ins Ausland zuständig ist), hatte das Sagen im Irak und konnte alles tun und wollen. Ohne iranische Unterstützung war für Maleki die Macht nicht denkbar.

Seit 2011 haben die Sunniten aktiven Widerstand gegen Malekis Gewaltherrschaft geleistet. Sie wurden von ihren Stammesführern geführt. Dann flammte der Bürgerkrieg in Syrien auf.

Das war eine gute Angelegenheit für die Sunniten im Irak, die ständig unterdrückt wurden.

 In Syrien war am Anfang die Nationalarmee die stärkste Kraft. Als die USA sie fallen ließen, wurden die Fundamentalisten immer stärker. Auf einmal war ISIS da. Diese Leute fanden viel Unterstützung, zum Beispiel von den Taliban in Afghanistan. Sie bekamen Gelder aus bestimmten Ländern am Persischen Golf. Sie konnten die Gebiete entlang der Grenze des Irak erobern und dann im Land aktiv werden. Sie konnten die politische Situation im Irak und die Unterdrückung der Sunniten dort für sich ausnutzen und schnell an Macht zunehmen.

Sie sind Sunniten. Sie konnten sich dem Widerstand der Sunniten im Irak gegen Maleki anschließen. „Der Feind meines Feindes ist mein Freund.“ So sind sie mit Duldung der Sunniten im Irak rasch voranmarschiert. Die Eroberung der zwei weichlichsten Städte im Irak, Mossul und Tikrit, hat ihnen viel Waffen, Geld, Kämpfer verschafft. Sie nannten sich „Islamischer Staat“. Und sie gingen rasch brutal vor.

Ihre Stärke aber ist die Unzufriedenheit der Bevölkerung und nicht ihre eigentlich militärische Stärke. Sie wissen, dass sie nicht lange so weitermachen können, deshalb wollen sie so viele Gebiete wie möglich gewinnen. Es werden auch die Zeiten nach Maleki kommen und dann werden die Stämme und Sunniten, die mit dem Terrorstaat IS überhaupt nichts zu tun haben, sich gegen sie einsetzen. Aber wenn sie viel Land unter ihrer Kontrolle haben, wird das ihr Gewicht bei politischen Verhandlungen stärken. Dass ISIS existiert und eine gewisse Stärke aufweist, hat folgende Gründe:

1-   falsche Politik der USA in Syrien und im Irak

2-   Schweigen der USA zur Unterdrückung der Sunniten und Unterstützung von Maleki

3-   Angst der Sunniten vor dem Iran als einziger Macht im Irak und Hauptunterstützer von Baschar Al-Assad

4-   Unzufriedenheit, Armut in Syrien und im Irak

Jetzt ist ein neuer Mann im Irak mit der Regierungsbildung beauftragt worden.

 Maleki hat seinen Widerstand dagegen angekündigt.

Die Welt will ihn nicht. Seine Partei auch nicht. Nur der Iran stand hinter ihm und jetzt auch nicht mehr.

Aber seine Zeit ist zu Ende gegangen und jetzt muss er sich die Sorge machen, nicht verhaftet zu werden. Er ist verantwortlich für viele Verbrechen im Irak und für die Massaker an der iranischen Opposition. Er kann natürlich in den Iran fliehen. In Karaj in der Nähe von Teheran hat er seine Häuser.

Die Zeit ist gegen IS und Teheran. Die Augen der Welt werden langsam wacher. Die Unterstützung der Diktatoren ist strategisch eine Katastrophe für die Menschheit. Hoffentlich hört sie auf!!

Mohammad Moshiri

Menschenrechtsaktivist, Dichter und Schriftsteller

m.moshiri@diezeitbruecke.de

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