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Dienstag, den 6. März 2012

VON STRENG GEHEIMEN VERFASSERN AM 4. MÄRZ 2012

   

In diesem Interview redet der Sprecher von Camp Ashraf, Shahriar Kia, mit streng geheimen Autoren über die unberechenbare Situation der iranischen Emigranten in Camp Ashraf.

Am 21. Februar dieses Jahres veröffentlichten streng geheime Autoren einen Artikel über 400 Emigranten und ihren Transport von Camp Ashraf im Nordwesten des Irak nach Camp Liberty bei Bagdad.

Seit den 80er Jahren ist Camp Ashraf der Wohnort von etwa

3 400 iranischen Dissidenten, Mitgliedern der „Organisation der Volksmojahedin (MEK)“.

Dieser Umzug ist der erste Schritt des Prozesses, während dessen die gesamte Gemeinschaft von Camp Ashraf zu ihrem Schutz den Irak verlassen soll.

Sicherheit und Wohlergehen der Bewohner Ashrafs waren in den letzten Monaten ernsthaft in Frage gestellt. Am Ende des Jahres 2011 bewog Frau Maryam Rajavi, die gewählte Präsidentin des iranischen Widerstands, nachdem den iranischen Dissidenten  von den Vereinten Nationen und von der Außenministerin der Vereinigten Staaten Hillary Clinton Sicherheit und Wohlergehen zugesichert worden waren, die Bewohner Ashrafs zu dem Umzug nach Camp Liberty.

Dieser Schritt sollte es dem Hohen Kommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge (UNHCR) ermöglichen, den Bewohnern den Flüchtlingsstatus zu bestätigen - als Voraussetzung ihrer Umsiedlung in andere Länder.

Entgegen den vom UNHCR und dem State Department der USA gegebenen Versprechungen, Camp Liberty, eine ehemalige Basis der amerikanischen Armee, sei ein Zentrum für medizinische Behandlung und die Förderung der Menschenrechte, hat sich nach der Ankunft der ersten 400 iranischen Dissidenten herausgestellt, daß Camp Liberty für die, die dort leben sollen, eher einem streng bewachten Gefängnis gleicht.

Schon die ersten Ankömmlinge bemerkten, daß dort keine funktionsfähige Wasserleitung vorhanden war, außerdem eine schadhafte Abwasseranlage (verschmutztes Abwasser quoll aus den Quartieren), ferner nur verschmutzte Wohnwagen mit zerbrochenen Betten sowie 15 m hohe Türme, auf denen – offensichtlich zum Abhören der Bewohner - funktionsstarke Kameras angebracht waren.

Die Bewohner vergleichen diesen Ort mit einem nationalsoziali-stischen Konzentrationslager. Auch wenn es sich dabei um eine Übertreibung handelt – Camp Liberty ist ganz gewiß von den Versprechungen, die der Besondere Vertreter des Generalsekretärs für den Irak, Botschafter Kobler, und das State Department abgegeben haben, weit entfernt.

Shahriar Kia, der Sprecher der Bewohner Ashrafs, stellte den Autoren Dokumente zur Verfügung, die beweisen, daß die Behauptung der UNAMI, die iranischen Bewohner hätten die Wasserleitung von Camp Liberty selbst zerbrochen, um zu zeigen, daß das Lager zur Aufnahme weiterer Bewohner nicht geeignet sei, nicht zutrifft.

Außerdem stellte Shahriar Kia den Autoren einen vertraulichen Brief von Herrn Mohadessin, dem Vertreter Ashrafs in Paris zur Verfügung, der auf diese Behauptungen mit einem Bericht antwortet, welcher den Titel trägt: „Bericht von dem Treffen zwischen dem Besonderen Vertreter des Generalsekretärs, der Regierung des Irak und den Vertretern Libertys am 23. Februar“. Dieser Bericht weist den Leser auf einige der „unzutreffenden und entstellenden Angaben“ hin, die während des Treffens von dem Besonderen Vertreter des Generalsekretärs Martin Kobler und Herrn George Bakoos, dem Vertreter des Regierung des Irak in Camp Liberty, gemacht worden waren.

Beweismaterial und Falschaussagen

Herr Mohadessin unterstrich, daß der Vertreter der Regierung des Irak in Liberty trotz des Widerstands der Bewohner gegen eine Polizeistation innerhalb des Lagers während des Treffens darauf beharrte und der SRSG ihm darin zustimmte. Herr Mohadessin bezeichnete dies als einen „äußerst provokativen Schritt“.

Dem Bericht von Herrn Mohadessin zufolge wandte sich Herr Kobler während des Treffens an die Bewohner und sagte, während ihrer Gespräche mit den Beobachtern der UNO hätten ihn Bewohner als „Lügner“ und „Kriegsverbrecher“ bezeichnet. Doch Herr Mohadessin bemerkte, Kobler habe „niemals gesagt, wer solche Anschuldigungen gegen ihn erhoben habe“.

Der Bericht informiert auch darüber, daß Bewohner die Verantwortlichen auf das Fehlen freien Zugangs zu medizinischer Behandlung in Camp Liberty und namentlich auf den Fall von Frau Ashraf Taghvai aufmerksam gemacht hätten, einer Krebspatientin, die wegen einer durch das irakische Bataillon verursachten mehrstündigen Verspätung ihren Termin mit einem Facharzt versäumt habe.

Auch der ernsthafte Wassermangel in Camp Liberty wurde während des Treffens zur Sprache gebracht. Dem Bericht von Herrn Mohadessin zufolge erklärten die Vertreter der Bewohner, es komme gegenwärtig auf 45 Menschen nur eine Toilette. Sie wiesen außerdem darauf hin, daß den Bewohnern – bei einem Bedarf von 120 000 l Wasser pro Tag – nur 48 000 l zur Verfügung stünden. Daher konnten die Bewohner seit ihrer Ankunft in Camp Liberty kein Duschbad nehmen.

Nachdem Herr Bakoos angehört hatte, was Herr Mohadessin über Camp Liberty sagte, antwortete er:

„Sie haben die Absicht, Fotos zu machen, die glauben machen sollen, im Lager bestehe eine elende Situation, und es sei voll von Müll; damit wollen Sie der Welt sagen, die Bewohner seien dort ohne Wasser und lebensnotwendige Dienstleistungen; aber das ist Propaganda! Wir werden Journalisten dorthin bringen und Pressekonferenzen organisieren. Wir haben uns für die Menschenrechte engagiert – nicht als Organisation, sondern auf persönlicher Grundlage. Ihre Art, das Problem zu behandeln, ist rein politisch und propagandistisch.“

Um etwas - dringend notwendiges - Licht auf die Situation zu werfen, die auch nach den von der amerikanischen Außenministerin gegebenen Zusicherungen die Menschenrechte zu verletzen droht, hat Shahriar Kia sich bereit erklärt, unsere Fragen nach der unberechenbaren Situation zu beantworten.

Frage 1: Warum hat das amerikanische Militär im Jahr 2009 dem Irak die Kontrolle über das Camp Ashraf an den Irak übergeben?

Shahriar: Die Übergabe der wehrlosen Bewohner des Lagers Ashraf an die Regierung Maliki, die die Politik des iranischen Regimes im Irak vollstreckt, ist ein Teil der amerikanischen Bemühungen, das iranische Regime durch Zugeständnisse zu beschwichtigen. Daher wurden die wehrlosen Bewohner den Wölfen überlassen – und dies, obwohl die Regierung der Vereinigten Staaten aufgrund der Vereinbarung, die sie mit jedem einzelnen der Bewohner Ashrafs abgeschlossen hat, verpflichtet ist, ihren Schutz im Hinblick auf eine endgültige Klärung ihres Schicksals zu garantieren.

Die Vereinigten Staaten haben ihre Verpflichtungen gebrochen; indem sie ihre Verantwortung für den Schutz der Bewohner an Maliki übergaben, machten sie Khamenei ein großes Zugeständnis. Viele international angesehene Juristen glauben, die Situation in Ashraf sei die direkte Folge eines Konflikts, in dem die MEK und die Bewohner Ashrafs gar nicht Partei gewesen seien, und daher trage Amerika Verantwortung für ihr Schicksal. Die Regierung der Vereinigten Staaten aber hat diese Verantwortung gänzlich vernachlässigt.

Die Regierung der Vereinigten Staaten handelte unter dem Eindruck, sie könne, wenn sie dem iranischen Regime diesen Trumpf in die Hand spiele,

  1. das geheime nukleare Projekt des Iran im Zaum halten und
  2. mit dem iranischen Regime im Irak zu einem Machtgleichgewicht kommen und es dadurch davon abbringen, im Irak Spannungen zu schüren.

Das Ergebnis war indessen eine umfassende, unmenschliche, drei Jahre dauernde Belagerung des Lagers Ashraf sowie zwei tödliche Invasionen in das Lager, bei denen 47 Bewohner getötet und 1000 verletzt wurden.

 

Dadurch wurde zudem das iranische Regime ermutigt, sein Projekt zur Herstellung von Atombomben fortzusetzen und seinen Einfluß auf den Irak zu vergrößern. Erfolgreich brachte es die irakische Regierung und ihren Premierminister unter seine Kontrolle. Die Regierung der Vereinigten Staaten trägt weiterhin die Hauptverantwortung für die gegenwärtige Situation der Bewohner Ashrafs, und sie wird dafür zur Rechenschaft gezogen werden.

Frage 2: Was verhindert die Streichung der Bewohner Ashrafs von der Terrorliste?

Shahriar: Die Entscheidung der Regierung Clinton, die MEK als ausländische Terrororganisation zu bezeichnen, gehörte zu der Beschwichtigungspolitik, mit der man versuchte, die gemäßigten Kräfte des Regimes zu stärken. Man wollte damit den Mullahs einen Gefallen tun, doch man erlegte der MEK und allen am Protest im Iran Engagierten einen hohen Preis auf, indem man erstens ihr Leben in Gefahr brachte und zweitens ihre Bemühungen um einen Sturz der religiösen Diktatur im Iran, die weit vor dem Arabischen Frühling begonnen hatten, erschwerte.

Wenn man die MEK auf der Terrorliste beläßt, ist das ein Zeichen politischer Schwäche, ein Zeichen der Angst vor den Mullahs – und dies ungeachtet der Tatsache, daß diese verfehlte Politik den Weltfrieden bedroht. Unglücklicherweise gibt es im Außenministerium der Vereinigten Staaten immer noch solche, die eine Beschwichtigungspolitik gegenüber den Mullahs befürworten

Obwohl die MEK von den Terrorlisten der EU und des Vereinigten Königreiches gestrichen wurde,

trotz der zunehmenden Forderungen ehemaliger hochrangiger Mitarbeiter der US-Regierung – besonders solcher, die in dieser oder jener Weise selbst an der Entscheidung, die MEK sei eine Terrororganisation, beteiligt waren -, man solle die MEK von der Terrorliste des State Department streichen,

und trotz eines Urteils des Berufungsgerichts von Washington DC, das entschieden hat, es lägen keine Beweise vor, die zu einer Belassung der MEK auf der Terrorliste ausreichten,

weigern sich jene, die in dieser besonderen Abteilung des State Department die Mullahs schamlos unterstützen, sich von der religiösen Diktatur im Iran zu distanzieren, die nach dem Erwerb von Atombomben trachtet und Terror und Zwang zu Mitteln ihrer Außenpolitik gebraucht.

Die Entscheidung, die MEK auf der Terrorliste zu belassen, hat dem iranischen Volk und seiner Widerstandsbewegung einen hohen Preis auferlegt. Die Bewohner des Lagers Ashraf – Mitglieder der MEK, die der im Iran drohenden Verfolgung entflohen sind – sind der Brennpunkt solcher Verschwörungen mit ihren anhaltenden schädlichen Folgen.

Die Entscheidung, die MEK auf der Liste zu belassen – unter dem Vorwand, die Streichung würde das iranische Regime zu Attentaten gegen amerikanische Soldaten anstiften – war ein enormer Fehler der amerikanischen Politiker und ein Zeichen ihrer Schwäche gegenüber den Mullahs im Iran.

Die Massaker, die im Lager Ashraf verübt wurden und die gewaltsame Umsiedlung der Bewohner Ashrafs von ihrem Wohnort in ein als ‚Camp Liberty’ bekanntes Gefängnis wurden von Nuri Maliki und dem iranischen Regime veranlaßt; dabei diente die Belassung der MEK auf der amerikanischen Terrorliste als Hauptvorwand.

 

Sie haben wahrscheinlich gehört, daß die Bewohner im Jahre 2004 während einer Zeit von 16 Monaten von neun Geheimdiensten der Vereinigten Staaten, darunter dem FBI, der CIA, der DIA u. a. observiert wurden. Die „New York Times“ gab damals bekannt, daß während des Observierungsprozesses kein Material gefunden wurde, das für die Verbindung irgendeines Bewohners von Ashraf mit dem Terrorismus gesprochen hätte.

 

Aufgrund dieses Ergebnisses hat die Regierung der Vereinigten Staaten internationalen Abkommen folgend die Bewohner als ‚geschützte Personen’ im Sinne der 4. Genfer Konvention anerkannt. Während seiner auf der Pariser Konferenz am 20. Januar gehaltenen Rede sagte General Phillips, der im Jahre 2004 die amerikanischen Truppen, die Ashraf schützten, kommandierte:

 

„Ich leide unter Schlafmangel, denn ich war der Sprecher der bei der MEK in Camp Ashraf stationierten Koalitionstruppen. Als Kommandeur der 89. Brigade der Militärpolizei führte ich Patrouillen durch, um herauszufinden, ob die MEK gegen die mit ihr vereinbarte Waffenlosigkeit verstieß. Ich fand niemals irgendeinen Verstoß. Ich wies meine Leute an, jeden Quadratzoll des 36 qkm großen Gebietes zu untersuchen; kein Stück Contrebande, kein einziger Verstoß wurde gefunden. Meine Truppen nahmen gemeinsam mit anderen amerikanischen Instanzen an der Entscheidung über den Status aller dieser 3 400 Personen teil. Kein einziger von ihnen war demnach mit dem Terrorismus oder irgendwelchen kriminellen Handlungen verbunden.“

 

 

Frage 3: Wie kommt es, daß der Irak, obwohl den Bewohnern des Lagers der Status ‚geschützter Personen’ nach der 4. Genfer Konvention zugestanden wurde, jegliche Anstrengung zu einer Umsiedlung verhinderte und die Bewohner statt dessen den Überfällen und der Mißhandlung seitens irakischer Regierungsvertreter ausgesetzt wurden? Sollten nicht, gesetzt, das Lager habe den Status ‚geschützter Personen’, die Vereinigten Staaten zur Intervention in der Lage gewesen sein?

 

Shahriar: Dies war natürlich von einer Regierung zu erwarten, deren Premierminister die Agenda Teherans im Irak ausführt und deren Minister (wie Hadi al-Ameri) oft in Teheran gesehen werden, wie sie Khamenei, dem größten Förderer des Terrorismus, durch Handkuß Ehre erweisen.

 

Nach wie vor inakzeptabel ist aber die Art, wie die Regierung der Vereinigten Staaten und der Besondere Vertreter der UNO im Irak, Martin Kobler, die Bewohner des Lagers Ashraf behandeln; inakzeptabel ist die Art, wie sie sich dem Druck der Mullahs und ihren auf die Vernichtung der Opposition gerichteten Forderungen beugen. Die USA haben dadurch, daß sie ihre Verpflichtung brachen, die Bewohner des Lagers Ashraf im Sinne der 4. Genfer Konvention zu schützen, und dadurch, daß sie die MEK auf ihrer Liste ausländischer Terrororganisationen beließen, selbst zu der Rechtfertigung beigetragen, derer sich Maliki bediente, um Bewohner des Lagers Ashraf zu metzeln und zu vernichten.

 

Der irakische Premierminister Nuri al-Maliki hat auf diese Angelegenheit dadurch selbst helles Licht geworfen, daß er einer Population, die seit 25 Jahren mit dem Status von Immigranten im Irak lebt, offen jeglichen gesetzlichen Status absprach; damit verschafft er sich natürlich freie Hand, nach Belieben ihre Menschenrechte zu verletzen.

 

Jeder, der an die Menschenrechte und die universalen humanitären Rechte glaubt und sie achtet, würde der Auffassung zustimmen, daß die Regierung der USA für den Status der Bewohner des Lagers Ashraf die Hauptverantwortung trägt. Die Umstände, unter denen die Bewohner derzeit leben, sind eine direkte Folge der amerikanischen Invasion in den Irak, an der die MEK nicht beteiligt war; der Konflikt wurde hauptsächlich von den USA verursacht.

 

Die Bewohner des Lagers Ashraf setzten auf die Regierung der USA ihr Vertrauen; doch die USA brachen die Versprechen, die sie den Bewohnern gegeben hatten, und fügten auf diese Weise ihrer Glaubwürdigkeit und dem Vertrauen, das ihnen weltweit entgegengebracht wird, schweren Schaden zu – besonders bei den islamischen Völkern.

 

 

Frage 4: Meinen Sie, daß die Konferenz, die unlängst von Mitgliedern des Kongresses, angesehenen Gelehrten und ehemaligen Mitarbeitern der US-Regierung veranstaltet wurde und die eine rasche und friedliche Lösung des Schicksals der Dissidenten forderte, zu spät kam und daß solche Intervention früher hätte erfolgen müssen, um zum Schutz der Sicherheit der Gruppe beizutragen?

 

Shahriar: Es gibt ehrliche Vertreter der amerikanischen Nation, die an die Menschenrechte und die Freiheit glauben und Achtung vor ihnen haben und heute an der Seite der MEK und der Bewohner Ashrafs stehen. Der Kongreß der Vereinigten Staaten sowie ranghohe ehemalige Mitarbeiter der US-Regierung haben Präsident Obama und Außenministerin Clinton des öfteren an ihre Pflicht erinnert, die Bewohner Ashrafs zu schützen und die MEK zu unterstützen.

 

Sogar militärische Befehlshaber der USA, die einige Jahre lang im Irak gedient haben – einige von ihnen waren direkt für Ashraf verantwortlich – haben das Ende der verfehlten Beschwichtigungspolitik gefordert. Dennoch scheute sich die Regierung der USA bisher davor, sich für die Sache Ashrafs in irgendeiner Weise zu engagieren; sie hat alle Forderungen ignoriert, indem sie ihren Verpflichtungen nicht nachkam – und dies lediglich aufgrund ihrer schwankenden Politik gegenüber den leeren Drohungen des iranischen Regimes.

 

Ein deutliches Beispiel ist die gewaltsame Umsiedlung der Bewohner Ashrafs nach Camp „Liberty“. Obwohl die USA und die UNO wußten, daß von Anfang an kein Grund für die Umsiedlung vorhanden war, haben die sie diese Initiative gefördert – begünstigt nur von dem religiösen Faschismus, der den Iran beherrscht.

 

Nicht genug, daß sie es versäumten, die internationalen humanitären Gesetze und die Maßstäbe der Menschenrechte Camp Ashraf betreffend zu beachten, sie haben diesen Fall auch noch komplizierter gemacht. Seitdem die Bewohner Ashrafs beim UNHCR die Prüfung und Bekräftigung ihres Flüchtlingsstatus schriftlich beantragt hatten, wäre es für ihn ein Leichtes gewesen, den dazu nötigen Prozeß an einem neutralen Ort in Camp Ashraf in Angriff zu nehmen.

 

Außerdem sind viele Bewohner während der letzten sechs Monate bereits in dritte Länder umgesiedelt. Doch der Erklärung des UNHCR vom 1. Februar 2012 zufolge bestand die irakische Regierung darauf, daß seine Arbeit außerhalb des Lagers durchgeführt werden solle.

 

Offenkundig wurde dieser Prozeß von der irakischen Regierung auf Geheiß des iranischen Regimes verhindert. Zuletzt bot die UNAMI ein unrealistisches Bild von dem Gefängnis in Liberty an – mit Photographien, zu deren Retuschierung man das Adobe Photoshop benutzt hatte und nach denen das Lager als ‚Himmel auf Erden’ erschien. Außerdem drängte die UNMAI die Bewohner zu dem gewaltsamen Umzug.

 

Auch die US-Regierung übte auf die Bewohner Ashrafs dahingehend Druck aus, diesen irrationalen Schritt, der Bagdad von Teheran diktiert wurde, zu akzeptieren.

 

 

Frage 5: Warum sind Freunde von Camp Ashraf gegen den Umzug der Dissidenten nach Camp Liberty in Bagdad?

 

Shahriar: Wenn bis dahin irgendwelche Zweifel verblieben wären, so wären sie von der Umsetzung von 397 Bewohnern Ashrafs nach Camp Liberty am 17. Februar restlos zerstreut worden.

 

Liberty ist ein Gefängnis, geplant vom iranischen Regime, errichtet von der Regierung Nuri al-Malikis, zu dem Zweck, diese Bewegung (die MEK) auf jeden Fall wehrlos zu machen und auf diese Weise die einzige Opposition zu zerstören, die bisher unermüdlich auf den Sturz des Regimes im Iran hingearbeitet hat.

 

Von internationalen Sanktionen und Volksaufständen im Land bedrängt, betrachtet das iranische Regime die MEK als die einzige realistisch drohende Alternative zu sich. Der Iran weiß sehr wohl, daß er den Westen täuschen kann, um Zeit für den Bau von Atomwaffen zu gewinnen. Auf der anderen Seite kann er den Irak beherrschen – in einer Zeit, in der sich die Truppen der USA aus dem Land zurückgezogen haben und der gegenwärtige Premierminister tut, was Teheran ihm sagt.

 

Angesichts des Mangels an Entschiedenheit seitens Europas und der Vereinigten Staaten gegenüber dem Iran gibt es für die Mullahs in Teheran keine größere Gefahr als eine gut organisierte Oppositionsbewegung, die innerhalb des Iran ebenso wie im Ausland verbreitete Unterstützung erfährt. Daher steht der Iran auf dem Standpunkt, daß die MEK und ihre Mitglieder in Ashraf um jeden Preis vernichtet werden müssen.

 

Ein Dokument, das der iranische Widerstand aus Kreisen des Regimes erhalten hat – eine Kopie davon wurde an das Amt Khameneis gesandt – besagt:

„Die Umsiedlung der Mitglieder der MEK von Ashraf und ihre Internierung in Camp Liberty unter der direkten Kontrolle irakischer Truppen würde diese Organisation paralysieren. Es kommt für die Regierung des Irak nicht darauf an, wie lange sie in Liberty bleiben würden; es kommt nur darauf an, daß sie zu keiner Handlung imstande wären. In Liberty wären sie wie tot.

Das Dokument fährt fort:

„Wir planen, die leitenden Vertreter der Organisation von ihren Mitgliedern zu trennen. Darin wird der schwierigste Teil des Transfers bestehen; möglicherweise werden die Mitglieder und leitenden Vertreter der Organisation hier Probleme bereiten. Es wird nicht leicht, und es wird nicht glatt gehen.“

Am Morgen am Dienstag, den 21. Februar, dankte Ramin Mehmanparast, der Sprecher des Außenministeriums des klerikalen Regimes, den Vereinten Nationen für die Hilfe bei der Vertreibung der MEK aus dem Irak. Das Regime bekannte sich dazu, daß das Projekt zum Transfer von Bewohnern Ashrafs in Gänze von dem religiösen Faschismus, der den Iran beherrscht, geplant und überwacht wurde.

Ramin Mehmanparast sagte:

„Der zeitweilige Umzug der Mojahedin von Camp Ashraf nach Camp Liberty mit dem Ziel ihrer endgültigen Vertreibung aus dem Irak – wir begrüßen diese Initiative des irakischen Volkes und den Willen der irakischen Regierung, und wir werden sie unterstützen. Es ist die Entscheidung der iranischen Nation (sprich: des iranischen Regimes) und der Wille der irakischen Regierung, daß sie die Region und den Irak verlassen. Wir haben auch die Hilfe der Vereinten Nationen und des UNHCR bei der Vertreibung der MEK aus dem Irak begrüßt und unterstützen diese Aktionen auf jede erdenkliche Weise.“ (Das staatliche Fernsehen des Iran am 21. Februar 2012)

All das ist Grund genug dafür, daß Menschenrechtsanwälte und Freunde der Bewohner Ashrafs sich ihrer gewaltsamen Umsiedlung in das Gefängnis von Camp Liberty widersetzen.

Die erste Gruppe, die am 17. Februar nach Liberty gebracht wurde, sah verschiedene Kontroll- und Überwachungskameras zur Überwachung des Lager-Areals, ebenso 15 m hohe Antennenmasten, installiert um das Lager herum, um Gespräche innerhalb der Wohnwagen abzuhören.

Mit Sicherheit werden Bilder und Tonaufnahmen von diesen Anlagen direkt an die terroristische Quds-Truppe und die iranische Botschaft in Bagdad übermittelt.

Frage 6: Welches Schicksal liegt nach Ihrer Ansicht vor dem Lager Ashraf? Glauben Sie, daß der Irak zu ihrem sicheren und raschen Umzug beitragen wird?

Shahriar: Da der Irak bisher nicht willens war, mit den Bewohnern Ashrafs zu einer Zusammenarbeit und Verständigung zu kommen, liegt die Idee, Nuri al-Malikis Regierung werde in Zukunft zu einer Verständigung kommen, außerhalb unserer Vorstellungskraft.

 

Sie haben unseren guten Willen und unsere Zusammenarbeit während der letzten drei Jahre mit Massaker, brutalem Morden, psychologischer Folter und der Drohung, unsere kranken Patienten würden am Entzug medizinischer Behandlung sterben, beantwortet.

 

Wir haben eine friedliche Lösung gefordert und werden uns auch in Zukunft dafür engagieren. Natürlich ist es für uns wie für jedes menschliche Wesen hart, unsere Heimat zu verlassen, zu deren Aufbau wir hunderte von Millionen Dollars aufgebracht haben, um das Lager Ashraf in eine großartige Stadt zu verwandeln.

 

Ich zitiere Alejo Vidal Quadras, den Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments, der nach seiner Rückkehr von einem Besuch in Ashraf im Jahre 2008 sagte: „Die Stadt Ashraf ist ein Vorbild für die gegenwärtigen Zivilgesellschaften.“

 

Doch unser Ziel ist nicht Camp Ashraf, sondern wir kämpfen für einen Systemwechsel im Iran. Wir suchen, Freiheit, Demokratie und ein friedliches Leben, das die Weltgemeinschaft respektiert, einzurichten. Wir suchen, einen Staat zu bauen, der sich für die internationalen Werte und Prinzipien engagiert, einen Staat, der die Menschenrechtsabkommen respektiert und von Atomwaffen frei ist.

 

 

Wir werden den Weg, der zu diesen Zielen führt, weiter verfolgen. Die MEK und die Bewohner Ashrafs werden sich keinerlei Druck, keiner Verschwörung des iranischen Regimes und seiner Helfershelfer im Irak und niemandem, der die Pläne der Mullahs begünstigt, beugen. Wir sind bereit, dafür jeden Preis zu bezahlen

Schlussbemerkungen

Nach diesem Interview hat Kia Shahriar die Autoren über eine wichtige Erklärung von Frau Rajavi informiert, in der sie bekannt gab, daß al

In einer Presseerklärung des Sekretariats des Nationalen Widerstandsrates des Iran vom 3. März 2012 informiert Frau Rajavi Ministerin Clinton, alle Bewohner Ashrafs seien, wenn ihnen in Camp Liberty die mindestnotwendigen Zusicherungen vorenthalten würden, bereit, den Irak noch im März zu verlassen – mit ihrem beweglichen Vermögen, um auf Zeit in das jordanische Grenzgebiet umzusiedeln, unter der Aufsicht des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes und des UNHCR.

Während des Krieges im Jahr 2003 hatten das ICRC und die Vereinten Nationen dort Zelte aufgebaut, um zehntausende Asylbewerber in dem Areal zu beherbergen.

 

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