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An den sehr geehrten Herrn Ban Ki-moon

Generalsekretär der Vereinten Nationen

Sehr geehrter Herr Generalsekretär,

ich, Ashraf Taghvaiy, habe Krebs; bisher bin ich durch drei schwere Operationen und sechs Einheiten von Chemotherapie gegangen. Seit zwei Wochen leide ich an Atemnot und Lungenbeschwerden sowie Schwellungen der linken Hand. Die Ärzte in Baquba und Bagdad hatten verlangt, ich sollte mich am Dienstag, den 21. Februar einem NGO-CT Scan unterziehen, da die Gefahr besteht, daß meine Krankheit zu Lungenkrebs führt. Alle EKG’s deuten auf Lungenembolie; mein Gesundheitszustand ist verheerend. Ich kam am 18. Februar, obwohl ich eigentlich nicht zum Umzug gewillt war, weil Ministerin Clinton aber zugesichert hatte, die nötigsten humanitären Standards würden in Camp Liberty geachtet werden und da Frau Rajavi aus gutem Willen zum Umzug geraten hatte, nach Camp Liberty. Gestern, am 21. Februar, hatte ich einen Arzttermin in Bagdad. Es hatte einige Tage gedauert, bis ich einen Termin im Adnan-Krankenhaus bekommen hatte, und nun ließ man mich am Lagertor vier Stunden lang warten. Jedesmal wenn wir nach dem Grund des Wartens fragten, sagten sie, es werde ein offizielles Schreiben vom Amt des Premierministers mit der Erlaubnis zum Arztbesuch erwartet.

 

Schließlich ließen sie uns fahren, weil ich starke Schmerzen hatte und kaum noch atmen konnte und nachdem ich großen Druck auf sie ausgeübt hatte. Doch erst um 16 Uhr erreichten wir das Krankenhaus; man sagte uns, die Dienststunden seien vorbei, alle Abteilungen seien geschlossen, und die Ärzte seien gegangen. Der diensthabende Arzt sagte, der CT-Scan beginne um 7 Uhr morgens, ich könne dort übernachten, um den Test am nächsten Morgen zu durchlaufen. Das wurde aber von dem Polizisten nicht akzeptiert. Er sagte, er habe keine entsprechenden Anweisungen erhalten und müsse mich daher zurückbringen. Also mußte ich trotz aller Beschwerden zurück, in einem Zustand, der schlimmer als vorher, obwohl kein CT-Scan abgenommen worden war.

Ich beharre darauf, daß Sie mich nach Ashraf zurückkehren lassen – und dies so bald wie möglich, damit meine seelischen und körperlichen Leiden gelindert werden. Denn hier (in diesem Lager) werden wir 24 Stunden am Tag von Soldaten mit Maschinengewehren bewacht. Ich hause nur 15 m von ihnen entfernt. Ich werde beständig von Kameras, den Abhöranlagen und ihren Maschinengewehren überwacht. Dieser Zustand ist für mich unerträglich. Abgesehen von meinen körperlichen Leiden ruft der Anblick dieser Polizisten, die mir so nahe sind, seelisches Leid in mir hervor. An diesem ungepflasterten Ort der Wüste ohne Wasser und Strom und ohne sanitäre Einrichtungen herumzugehen – dadurch wurde in diesem Gefängnis mein Gesundheitszustand sehr verschlechtert. Ich werde mich bei allen internationalen Menschenrechtsorganisationen über die hier herrschenden unmenschlichen Bedingungen beschweren, und ich werde an alle Schwestern und Brüder in Ashraf die Nachricht senden, daß all diese Fotos und die von Herrn Kobler abgegebenen Versprechungen nichts als Lüge und Betrug waren; sie sollen einer Verlegung in dies Gefängnis niemals zustimmen.

Ich erwarte Ihre Antwort, um zu sehen, zu welcher Zeit ich nach Ashraf zurückkehren kann, damit mein Gesundheitszustand sich nicht noch weiter verschlechtert und damit ich einigermaßen zur Ruhe komme. Mit Ungeduld warte ich darauf, daß Sie mir sagen, wann ich zurückkehren kann.

Hochachtungsvoll

Ihre

Ashraf Taghvaiy

23.02.2012

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